Was viszerale Osteopathie kann
„Mein Pferd hat in der Rechtsbiegung immer so Probleme.“
„Dann hat der bestimmt was im Genick oder im ISG, würde ich mal eine Osteo draufgucken lassen!“
So könnte eine typische Antwort lauten, wenn man seine Reitprobleme in der Stallgasse schildert. Wie schön, dass die Osteopathie inzwischen ziemlich allgemeingültig als sinnvolle Lösung oder Hilfe bei reiterlichen (körperlichen) Themen angesehen ist. Für die meisten ist es zwar nicht ganz greifbar, was Osteopathie eigentlich ist, viele reden immer noch von Physio oder Osteo als wären sie das Gleiche, aber Hauptsache, es hilft den Pferden.
Solange die behandelnde Person sich hauptsächlich auf den Bewegungsapparat fokussiert, alle Gelenke durchtestet, durch Gewebetechniken und Mobilisationen Blockaden löst und sich rein auf die parietale Osteopathie beschränkt, unterscheidet man den Osteopathen nicht viel vom Physiotherapeuten. Doch manche Probleme lassen sich nicht mit Problemen im Bewegungsapparat erklären.
Nehmen wir uns das Beispiel der Rechtsbiegung. Auf der rechten Seite hinter dem Zwerchfell sitzt die Leber. Jedes Organ wird bei Ein- und Ausatmung durch die große Bewegungsamplitude des Zwerchfells verschoben, massiert und stimuliert. Wenn dies gut funktioniert, sprechen wir von der Mobilität. Jedes Organ hat außerdem noch eine minimal spürbare Eigenbewegung, die Motilität. Und zusätzlich ist jedes Organ von einer eigenen Faszienhülle umgeben, die wiederum mit den umliegenden Strukturen, Faszien, Organen, Bauchfell, Rippenfell etc. verbunden ist.
Wird nun etwa durch einen Infekt mit Husten das Zwerchfell überbeansprucht und verkrampft in Folge dessen, kann es seine Bewegungsamplitude nach Abklingen des Infekts eventuell nicht mehr so gut ausführen. Die Organe im Brust- und Bauchraum werden weniger mobilisiert. Dadurch wird auch die Motilität häufig verlangsamt. Die Leber wird nun, wenn wir bei unserem Beispiel bleiben, fester, weniger frei, und fängt an, wie ein verspannter Muskel, wo wir diese Knoten manchmal spüren können, sich zu beschweren, wenn sie gedrückt oder bewegt wird. Das Pferd soll sich jetzt aber rechts biegen, damit es sich schön gleichmäßig gymnastiziert. Dabei wird aber die Leber gestaucht, was im Normalfall kein Problem wäre, weil sie geschmeidig ausweichen kann und nichts festhängt. In unserem Beispiel ziept und drückt es aber nun in dem Bereich.
Über parietale Techniken kann ich jetzt zwar nach Wirbelblockaden schauen, nach Genick und ISG. Häufig findet man da auch was, aber erst wenn ich mich auf die viszerale (=organische) Ebene begebe, werde ich dem Körper dieses Pferdes wirklich helfen können. Denn nur damit gelange ich an die Ursache und kann mit den hier angebrachten Techniken dem Körper die Unterstützung geben, die er braucht. Und hier liegt für mich ein großer Unterschied in der Behandlung. Du selbst kannst nur schauen: Welche Fortbildungen hat meine Therapeutin? Hat sie einen Blick eher für den Bewegungsapparat oder umfassender? Und dich davon leiten lassen, was deine Erfahrungen sind mit den Behandlungserfolgen, die diese Therapeutin bei deinem Pferd erzielt.
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